Der Bierdeckel, seit über 250 Jahren ein Kultobjekt

Der Bierdeckel, seit über 250 Jahren ein Kultobjekt

Der Bierdeckel, der auch als Bierteller oder Bierfilz bekannt ist, ist weit mehr als nur eine Unterlage für Biergläser und Bierkrüge. Zwar ist der Hauptzweck des Bierdeckel, das Kondenswasser, welches sich durch die warme Umgebungsluft an der Außenseite der kalten Glaswand bildet und nach unten läuft, aufzusaugen und so den Tisch oder die Tischdecke zu Schützen. Aber das kleine Stück Pappe what noch viele weitere Verwendungszwecke.

Weitere Verwendungszwecke

  • Bedruckt, etwa bei der Untersetzerfabrik.de ist er ein belieber Werbeträger.
  • Er kann auch Sinn- oder Merksprüchen oder Zitate verbreiten.
  • Mit quadratischen Bierdeckeln kann manmehrstückige Kartenhäuser bauen.
  • Er dient als Abrechnungsgrundlage für konsumierte Speisen und Getränke. Oft notiert die Bedienung den Getränkekonsum am Gasthaustisch, etwa durch Striche am Bierdeckel.
  • Mit ihm kann man Anschreiben lassen. Manche Wirte geben ihren Stammgästen einen Zahlungsaufschub durch das Aufbewahren eines „unbezahlten“ Bierdeckels. Hier wird der „Deckel“ mit Strichen oder einem Geldbetrag beschriftet.
  • Ein auf das Glas gelegter Deckel signalisiert dem Kellner, dass der Gast kein weiteres Bier mehr trinken möchte.
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Andere Namen für den Bierdeckel

  • Bierteller
  • Bierfilz (in Altbayern, Oberfranken und Bayerisch-Schwaben, in Franken wird er bis heute als „Bierfilzla“ bezeichnet )
  • Die Bayern nennen ihn Bierfuiz, Bierfuizl
  • Getränkeuntersetzer
  • BGU = Bierglasuntersetzer
  • Coaster
  • Werbeuntersetzer

Woraus besteht ein Bierdeckel

Er ist meist ist er aus Pappe, oder Pappedeckel. Die Dicke liegt bei 1,2 mm bis 1,5 mm und er wiegt zwischen 5 g und 10 Gramm. Meist sieht man runde Bierdeckel und quadratische Bierdeckel mit abgerundeten Ecken. Es gibt aber die unterschiedlichsten Formen. Im deutschsprachigen Raum haben runde Deckeln standardmäßig einen Durchmesser von 107 Millimeter.

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Die Geschichte

Im 19. Jahrhundert tranken einfachere Leute ihr Bier aus Krügen ohne Deckel. Damals dienten als Untersetzer damals Filze, die daher Bierfilze genannt wurden. Wenn man sein Bier im Freien trank. Dient der Bierfilz Deckel. Er war so ein Schutz des Getränkes vor Laub und Ungeziefer. Daher der Name Bierdeckel. Aber die Bierfilze waren fast immer feucht und begünstigten so die Vermehrung von Bakterien. Sie waren recht unhygienisch. Die feuchten Bierfilze wurden beim Abräumen wieder eingesammelt und in Bierfilzständern über Nacht dachziegelartig aufgereiht und luftgetrocknet.

Bereits im Jahr1880 stanzte Kartonagenfabrik und Druckerei Friedrich Horn in Buckau bei Magdeburg  bedruckte Untersetzer für Biergläser aus Papp1892 erfand Robert Sputh aus Dresden 1892 den noch heute verwendeten Bierdeckel. Es war dies der Holzfilzplatte oder Faserguss-Untersetzer,Hier wurde ein Papierbrei in runde Formen gefüllt und getrocknet. Schon vor über 125 Jahren hatten die Holzfilzplatten einen Durchmesser von 107 Millimeter und waren 5 Millimeter dick. Die ersten Bierdeckeln wurden in der der Sputhmühle in Mittelndorf produziert.

Bereits 1903 wurden die Bierdeckel industriell gefertigt. De Industrielle Casimir Otto Katz im Murgtal stellte die bis heute gebräuchlichen Bierdeckel aus heimischem Fichtenholz in Holzschliffpappe her. Die lange Fasern des Holzes sind sehr saugfähig. Aus den Baumstämmen wird ein Brei hergestellt, dem man dann Wasser entzieht. Im Jahr 2003 wurden pro Tag 10 Millionen Stück hergestellt. Die Katz Group hatte einen Weltmarktanteil von 75 % und lieferte jährlich 3,5 Milliarden Bierdeckel aus.

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